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Die SPD-Fraktion rügt die Handlungsweise der sächsischen Staatsregierung zum Thema Neugestaltung des Universitätsgeländes am Augustusplatz.

Der begrüßenswerte Kompromiss, der mit der Universität und der Stadt Leipzig am vergangenen Dienstag getroffen wurde, scheint weder für den zuständigen Wissenschaftsminister Rößler, noch für den Ministerpräsidenten Milbradt Gültigkeit zu besitzen. Die Tür, die durch diesen Kompromiss geöffnet wurde, ist durch die unverständlichen Erklärungen der Staatsregierung der letzten Tage wieder zugestoßen worden. Wir SPD-Stadträte kritisieren diese unverantwortliche Kehrtwende auf das Entschiedenste! „Wenn die Staatsregierung ihre Glaubwürdigkeit nicht völlig verlieren möchte, sollte sie schnell den Kompromissvorschlag wieder aufgreifen und die unsägliche Diskussion der letzten Tage beenden“, erklärt Dr. Joachim Fischer, Fraktionsvorsitzender der SPD.

Die Chance, eine Einigung mit der Universität zu erzielen, damit pünktlich zum 600-jährigen Jubiläum der Hochschule im Jahre 2009 ein moderner Campus, der den Ansprüchen einer Universität des 21. Jahrhunderts entspricht, darf durch die Staatsregierung nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. Die Universitätsleitung hat Gesprächsbereitschaft signalisiert, dass sie offen bei der Fassadengestaltung der Aula ist. Dabei soll stärker, als bisher im favorisierten Architektenentwurf vorgesehen, an die gesprengte Paulinerkirche erinnert werden. Universität und Stadt hatten die Hoffnung, dass der durch den Kompromiss befürwortete moderne Erinnerungsbau, der sowohl als Aula wie auch als Kirche genutzt wird, gleichwertig sowohl geistiges als auch geistliches Zentrum darstellt. Die SPD-Stadtratsfraktion unterstützt die Hochschule in ihrer Haltung, dass eine Rekonstruktion der gesprengten Kirche nicht verhandelbar ist, ebenso wie die Zuständigkeit für das Universitätsgrundstück.

Auch die deutliche Mehrheit der Leipziger Bevölkerung spricht sich bekanntlich gegen einen Wiederaufbau der Universitätskirche aus, wie er nun anscheinend doch von der Staatsregierung befürwortet wird.