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Die SPD-Fraktion hat sich in ihrer gestrigen Fraktionssitzung darauf verständigt, den Vorschlag zu unterbreiten, den jetzigen Augustusplatz in „Platz der friedlichen Revolution“ umzubenennen. „Auf diesem Platz fanden 1989 die Montagsdemonstrationen ihren Höhepunkt, hier bekannten die tausenden Demonstranten „Wir sind das Volk!“, hier wurden die wegweisenden Reden der damals oppositionellen Parteien und Gruppen gehalten. Dieser Platz steht als Ausgangspunkt für eine einmalige historische Entwicklung, die den Mauerfall und die Wiedervereinigung erst ermöglicht haben“ erklärt Stadtrat Manfred Rauer.

Wir schlagen mit dem Augustusplatz einen Ort für die geplante Umbenennung zum 20. Jahrestag des Ereignisses im Herbst 2009 vor, der authentisch wie kein zweiter die Erinnerung und Würdigung stärker ins Bewusstsein der Menschen rücken kann.

Die Umbenennung ist aber nur ein Teil, um dieses Stück Leipziger und Deutscher Geschichte im Bewusstsein lebendig zu halten. Die SPD-Fraktion möchte den Vorschlag der Bündnisgrünen aus dem letzten Jahr gern aufgreifen und einen – nicht arbeitsfreien – städtischen Feiertag einführen. Dies kann nur der 9. Oktober sein! Außerdem sollen künftig Bürger wie auch Besucher unserer Stadt durch Straßenschilder und Erklärungstafeln noch stärker an die Orte der friedlichen Revolution erinnert werden.

Der Augustusplatz, der von 1945 bis 1990 im übrigen Karl-Marx-Platz hieß, war 1837 nach Friedrich August I. benannt worden. Als Kurfürst von Sachsen wurde Friedrich August I. von Napoleon 1806 zum König von Sachsen ernannt. Durch sein Bündnis mit Napoleon – auch nach dessen Niederlage in der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 – verlor das Königreich Sachsen große Teile seines Gebietes an Preußen.