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Der SPD-Stadtrat Christopher Zenker unterstützt die vom Umweltschutzbund Ökolöwe eingereichte Klage gegen den umstrittenen Tornado-Erlass des Sächsischen Umweltministeriums und fordert in diesem Zusammenhang eine Überprüfung des Hochwasserschutzkonzeptes für Leipzig. Erste Auswirkungen dieses Tornado-Erlasses waren in Folge des Januarhochwassers 2011 auch in Leipzig zu spüren.
„Die großangelegten Baumfällungen in Verbindung mit dem Hochwasser Anfang des Jahres haben viele Leipziger verunsichert. Bei vollständiger Umsetzung des Tornado-Erlasses müssten jedoch noch viel mehr Bäume gefällt werden“, erklärt Christopher Zenker, Mitglied im Fachausschuss Umwelt und Ordnung.

Zenker weiter: „Selbstverständlich hat der Schutz der Leipziger Bevölkerung oberste Priorität. Fraglich ist jedoch, ob der Umfang der Rodungen, welche von der sächsischen Landestalsperrenverwaltung gefordert wurden, notwendig war.“
Zirka 45 Hektar unseres Auenwaldes sind dadurch bereits verloren gegangen. Irritierend ist hierbei, dass diese Baumfällungen vielfach an Deichabschnitten vorgenommen worden sind, die keine Hochwasserschutzfunktion für die Bevölkerung haben. „Vielmehr ist bis heute nicht entschieden, ob insbesondere eine Instandsetzung bzw. ein Erhalt des südlichen Luppedeichs im nordwestlichen Auenwald sinnvoll ist, da diese Areale planmäßiges Überflutungsgebiet sind. Hinzu kommt, dass zum einen ein gezielter Schutz der Ortslagen und Objekte kostengünstiger ist. Zum anderen besteht die Gefahr, dass die dahinterliegende Aue langfristig Schaden nimmt. Schließlich braucht die dort angesiedelte Flora und Fauna die regelmäßigen Überflutungen zum Überleben“, so Zenker.

In einem fraktionsübergreifenden Antrag, der sich bereits im Verfahren des Stadtrates befindet, fordern wir daher: Erstens muss das bestehende Hochwasserschutzkonzept aufgrund der Erfahrungen aus dem Januar-Hochwasser 2011 überprüft und gegebenenfalls nachjustiert werden. Zweitens müssen die Ergebnisse der planmäßigen Flutung über das Nahleauslassbauwerk vorgelegt werden, um die Polderfunktion des Auenwalds darzulegen. Drittens kommen wir nicht umhin, noch vor dem Beginn der nächsten Baumfällsaison zu entscheiden, wie wir mit den Deichen im nordwestlichen Auenwald umgehen wollen. Welche müssen wir erhalten? Auf welche können wir verzichten?
Zenker abschließend: „Wir fordern, dass die zuständigen Landesbehörden gemeinsam mit der Stadt Leipzig und den entsprechenden Umweltverbänden das aktuelle Hochwasserschutzkonzept überprüfen und gegebenenfalls fortschreiben.“