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Die SPD-Fraktion hat gestern einen Antrag zur Qualitätsverbesserung in Kindertagesstätten (Kita) eingereicht. „Darin fordern wir die Stadtverwaltung auf, Gelder, die eventuell durch die Einführung des kostenfreien Vorschuljahres freigesetzt werden, für Projekte zur Qualitätsverbesserung, besonders im Schulvorbereitungsjahr, zu verwenden“ erklärt Stadträtin Ute Köhler-Siegel, Mitglied im Fachausschuss Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule.

Nach der von der sächsischen Regierungskoalition geplanten Einführung eines kostenfreien Vorschuljahres sehen wir nun als wichtigstes Ziel, die Rahmenbedingungen so zu verbessern, damit die Schulvorbereitung qualitativ hochwertig entwickelt wird. Die Erzieherinnen müssen weitergebildet werden, es müssen Kooperationsprojekte zwischen Kita und Schule mit Leben gefüllt werden und es müssen materielle Voraussetzungen geschaffen werden. Pädagogisch didaktisches Spielmaterial zur Erkundung des Zahlenraumes, Materialien zur Entwicklung der Lautdifferenzierung und die gezielte Förderung von Kindern mit Entwicklungsverzögerungen sind nicht billig.

Die Stadt Leipzig kann nicht im Alleingang den Wunsch der CDU-Fraktion finanzieren, die Kinderbetreuung kostenlos anzubieten. Da ist selbstverständlich die Landeregierung gefragt, insbesondere die aus Leipzig stammende Sozialministerin. Was nutzt uns eine kostenfreie Betreuung, wenn die Förderung der Kinder nicht verbessert wird? Wir brauchen Qualität, damit die Kindereinrichtungen die Aufgaben des Bildungsplanes erfüllen können.

Die Landesregierung muss nun noch einen wichtigen Schritt gehen: Das Vorbereitungsjahr muss verbindlich für alle Kinder sein! Was nützt uns kostenfreie Betreuung in anregender Lernumgebung, wenn nicht alle Kinder davon profitieren. Auch das wird wieder Geld kosten.

Der Beschlussvorschlag des Antrages beinhaltet:
Die Stadtverwaltung wird aufgefordert, für den Fall, dass bei den vom Freistaat bereitgestellten Geldern für ein beitragsfreies Vorschuljahr der Stadt Leipzig zusätzlich Mittel zur Verfügung stehen, diese Gelder zur Qualitätsverbesserung in den Kindertagesstätten einzusetzen.

Begründung:
Nach dem Ausbau bei Kitas und einer bedarfsgerechten Versorgung soll nun die Qualitätsverbesserung im Mittelpunkt stehen. Die Zukunft der Kinder wird bekanntlich von einer qualitätsvollen Kinderbetreuung maßgeblich beeinflusst. Die vom Stadtrat in seiner Sitzung vom 15.10.08 beschlossene Vorlage zur Weiterentwicklung von Kindertageseinrichtungen zu Familienzentren ist dabei von besonderer Bedeutung. Familienzentren sollen zu einer Qualitätssteigerung der frühkindlichen Bildung und Förderung beitragen.