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Ingrid Glöckner: Pro Fahrradstraße – contra Ringfreigabe

 

Die zuständige Arbeitsgruppe der SPD-Fraktion im Stadtrat Leipzig hat sich in ihrer letzten Sitzung mit dem Thema Fortschreibung des Radverkehrskonzeptes der Stadt Leipzig beschäftigt.
„Ziel ist es, mehr Menschen davon zu überzeugen, das Pkw-Lenkrad mit dem Fahrrad zu tauschen und sich gesünder fortzubewegen. Wir stellen uns mit dem 14-prozentigen Radverkehrsanteil am Gesamtverkehr nicht zufrieden. Deshalb fordern wir eine bessere Öffentlichkeitsarbeit der Stadt“ erklärt Ingrid Glöckner, verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.

In der Diskussion mit Ulrich Patzer und Ernst Demele vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Leipzig, Alexander John vom Referat für nachhaltige Mobilität der Universität Leipzig und Torben Heinemann vom Verkehrs- und Tiefbauamt der Stadt Leipzig wurden die Vor- und Nachteile einer Fahrradstraße im Leipziger Süden erörtert. „Dabei wurde deutlich, dass die Einrichtung einer solchen Fahrradtrasse in der Bernhard-Göring-Straße aktuell gegenüber der Karl-Liebknecht-Straße/Peterssteinweg vorzuziehen ist. Die Umwandlung der Bernhard-Göring-Straße in eine Tempo-30-Zone wird von einer großen Akzeptanz der Anwohner getragen, da insgesamt eine Verkehrsberuhigung erfolgen wird. Als Nebeneffekt erwarten wir eine wirtschaftliche Belebung der Bernhard-Göring-Straße. Gerade Radfahrer stellen durch ihre häufigen Kleineinkäufe eine nicht zu unterschätzende Wirtschaftskraft dar. Durch die geringere Anzahl an Ampeln kommen Fahrradfahrer künftig über die Bernhard-Göring-Straße auch schneller in die Innenstadt. Allerdings muss die Anbindung zum Bayrischen Platz noch attraktiver gestaltet werden als es derzeit der Fall ist“ fordert Ingrid Glöckner, Mitglied im Fachausschuss Stadtentwicklung und Bau.

Zur aktuellen Diskussion um die Freigabe des Innenstadtringes für Radfahrer sagt Ingrid Glöckner: „Wir wissen, dass die Mindestgeschwindigkeit von 40 km/h auf dem Ring rechtlich nicht mehr zulässig ist. Wir würden trotzdem keinem Radfahrer raten, im Moment auf dem Straßenring zu fahren, da dies äußerst gefährlich ist. Eine räumliche Trennung zwischen Fahrradfahrern und dem starken Kfz-Verkehr ist für beide Seiten die sicherere Variante. Dazu sollen die vorhandenen Lücken im Radwegenetz zeitnah geschlossen werden. Dies betrifft vor allem die Abschnitte am Gewandhaus, am Tröndlinring in Höhe ehemaliges Landratsamt und am Martin-Luther-Ring zwischen Neuem Rathaus und Thomaskirche.“

Die SPD-Fraktion wird sich in Abstimmung mit dem ADFC und anderen Fachleuten in den kommenden Monaten intensiv mit dem Maßnahmeplan innerhalb der Fortschreibung des Radverkehrskonzeptes beschäftigen. Eine Beschlussfassung im Stadtrat soll dazu noch Ende dieses Jahres erfolgen.