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Redner: Gerhard Pötzsch, Stellv. Vorsitzender der SPD-Fraktion

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren Stadträte,
werte Gäste!

Der Vorläufer der jetzt zur Abstimmung stehenden Vorlage wurde von meiner Fraktion im Dezember 2009 eingebracht. Manch einer erinnert sich vielleicht noch. Da hieß das Thema neben den Museen auch noch: Städtische Bibliothek.
In diesem Zusammenhang fiel damals, und zwischenzeitlich immer einmal wieder, selbst von ansonsten von mir durchaus geschätzten Personen der Satz: Was nichts kostet ist nichts wert!
Ich halte das für eine ziemlich schräge Äußerung.
Als wäre Sonne, Luft und Wasser nichts wert. Der freie Zugang zur Bildung, über nichts anderes reden wir ja beim freien Eintritt in kulturelle Einrichtungen, gehört nach meinem Verständnis exakt in diese Reihe elementarer Grundvoraussetzungen menschlichen Daseins.

Dass heutzutage alles zur Ware erklärt wird, die gefälligst etwas zu kosten habe, entspringt einer Denke, die sich nach meinem Dafürhalten aus der neoliberalen Soße nährt, welche seit Jahren über unsere Gemeinwesen gekleckert wird. Auch sozialdemokratische Köche füllten eifrig die Terrinen der Kellner und schickten diese damit über Land.
Aber es geht auch anders. Beispiel: Städtische Bibliothek Leipzig. Das Ergebnis: Eine Erfolgsgeschichte! Nun also Museen – ich wage die Prognose, auch das wird ein Erfolg!

Es sind erste Schritte auf einem richtigen Weg. Folgen sollten freie Theaterbesuche, freie Konzertbesuche, und generell alles was mit Bildung – und das schließt kulturelle Bildung ausdrücklich ein, zu tun hat. Zuerst für Kinder und Heranwachsende. Späterhin für Menschen aller Altersgruppen: von der Wiege bis zur Bahre! Noch ist das, zugegebenermaßen, ein Traum. Wird er nicht erfüllt, werden wir irgendwann nicht mehr träumen können.
So kurz vor Weihnachten verrate ich noch ein Geheimnis: Es tut gut, Gutes zu tun!
Natürlich stimmt meine Fraktion der Vorlage zu.