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Die SPD-Fraktion im Stadtrat der Stadt Leipzig ist sich bewusst, dass die Presse für ihre Erzeugnisse werben muss. Sie hat jedoch keinerlei Verständnis dafür, dass ein renommiertes Nachrichtenmagazin, wie „Der Spiegel“, dazu auf der Titelseite mit einem Bild Adolf Hitlers mit der zum „Hitlergruß“ erhobenen rechten Hand und dem verfassungswidrigen Symbol des Reichsadlers mit Hakenkreuz wirbt. Gekrönt wird dieser – um es zurückhaltend auszudrücken – Mangel an Fingerspitzengefühl durch die Werbung mit diesem Titelbild in einer Vielzahl von Wartehallen der Leipziger Verkehrsbetriebe und auf hinterleuchteten Werbetafeln.

Diese Werbekampagne konterkariert die bundesweiten Bemühungen zur Bekämpfung des Rechtsradikalismus, so auch die in unserer Stadt:

  • am Vorabend des 1. Mai fand unter dem Motto „Leipzig zeigt Courage“ am Leipziger Völkerschlachtdenkmal ein Rockkonzert gegen rechte Gewalt und Ausländerfeindlichkeit statt (18 000 Teilnehmer)
  • am 2.5.2001 startete Bundesinneminister Schily in Leipzig eine Plakataktion der Leipziger Verkehrsbetriebe gegen Gewalt und Ausländerfeindlichkeit. Er steuerte persönlich die bundesweit erste „Anti-Nazi-Straßenbahn“
  • mit viel Mühe, Zeit und Geld hat die Stadt Leipzig einen Maßnahmekatalog gegen rechte Gewalt erarbeitet und bezuschusst mit erheblichen Mitteln eine Beratungsstelle für Opfer rechtsextremistischer Gewalt, die u.a. auch Präventionsveranstaltungen in Schulen und Jugendclubs durchführt.

Welche Wirkung hat es wohl auf einen Jugendlichen, der in der Straßenbahn Plakate gegen rechte Gewalt sieht, und wenn er dann aus dem Fenster schaut, leuchtet ihm übergroß der „Gröfaz“ nebst Reichsadler mit Hakenkreuz entgegen?

In der Geschäftsstelle unserer Fraktion stehen die Telefone seitdem nicht mehr still, weil eine Vielzahl empörter Leipzigerinnen und Leipziger den Standpunkt der Leipziger Stadträte zu diesem – ich zitiere – „unglaublichen Vorgang“ hören will.

Die SPD-Fraktion des Leipziger Stadtrates protestiert energisch gegen diese nicht hinzunehmende und politisch höchst gefährliche Art der Werbung!

Dr. Joachim Fischer Fraktionsvorsitzender

Selbstverständlich hat auch „Der Spiegel“ diese Pressemitteilung erhalten. Antwort: Bis heute Fehlanzeige!