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Der Einladung zur einer öffentlichen Sitzung der SPD-Stadtratsfraktion im Rathaus Schönefeld zum Thema „Perspektiven zur Stadtentwicklung in Schönefeld“ waren zahlreiche interessierte Bürger und Kommunalpolitiker am Montag, dem 26.Mai 2003 gefolgt. Ingrid Glöckner, Stadträtin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, erläuterte zu Beginn der Veranstaltung das schlummernde Potential des Stadtteils. „Bei der notwendigen Umgestaltung von Straßen, Plätzen und Wohnungsbeständen müssen wir deshalb behutsam vorgehen“, erklärte sie.

Ortrud Funck vom Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung der Stadt Leipzig benannte die Schwächen und Stärken des Stadtteils. Schönefeld gehört zu den Gebieten Leipzigs mit einer der größten Problemintensität. Probleme bereiten der hohe Bevölkerungsverlust – seit 1992 ca. 28 Prozent, der sehr hohe Wohnungsleerstand von über 30% und das mangelnde kulturelle Angebot. Das Hauptproblem ist jedoch ein fehlendes Image des Stadtteils im Vergleich mit der Gesamtstadt. Dies bedeutet aber auch die Chance, in den nächsten Jahren die Stärken von Schönefeld zu betonen und auszubauen. Dazu zählen die vielen Identifikationspunkte – wie z.B. das Schloss und der Mariannenpark, die Nähe der Parthenaue, die gute Baustruktur und die Bevölkerungszusammensetzung. Ein Maßnahmeplan soll mithelfen, Schönefeld als attraktives Wohn- und Gewerbegebiet aufzubauen und zu entwickeln. Ziel ist es, die Stadtentwicklung von unten, sprich mit aktiver Beteiligung der Bevölkerung, zu gestalten. Eine Imagebroschüre für Schönefeld wird derzeit erarbeitet. Bis Ende dieses Jahres sollen als kurzfristige Maßnahmen die Parkplatzsituation in der Gorki- und in der Schreiberstraße verbessert werden. Des Weiteren ist die Beräumung und Entwicklung des Maurit-Geländes ein wichtiges Anliegen. Mittelfristige Maßnahmen (bis 2005) sind der Umbau der Schreiber- und der Schmidt-Rühl-Straße, sowie die Neugestaltung des Stöckel- und des Stannebeinplatzes. Für den Stannebeinplatz ist ein Gesamtgestaltungskonzept bereits in Arbeit, dass demnächst öffentlich vorgestellt werden soll. Zu den langfristigen Maßnahmen (bis 2008) gehören die Entwicklung des Schlossareals, der Rückbau bestehender Gebäude – z.B. in der Löbauer Straße und die Erschließung von Standorten für Eigenheime. Dringend erwünschte Maßnahmen seitens der Einwohner Schönefelds sind der Erhalt der Stadtteilbibliothek, die Sanierung der 21. Grundschule und eine Verlagerung des Schulstandortes der Mittelschule in das Gebäude des Fechner-Gymnasiums, da dieses geschlossen werden muss.

Als kompetenter Referent und Gesprächspartner gab der Leiter des Amtes für Verkehrsplanung der Stadt Leipzig, Walter Stein, einen aktuellen Bericht über die Verkehrsbaumaßnahmen Hermann-Liebmann-, Kohlweg- und Bennigsenbrücke und die Nordtangente. Mit der Realisierung dieser Infrastrukturprojekte wird Schönefeld künftig verkehrstechnisch besser erschlossen und damit insgesamt aufgewertet und attraktiver. Im Zusammenhang mit dem Neubau der H.-Liebmann-Brücke wird auch die H.-Liebmann-Straße grundsaniert – erhält Radwege, Parkstreifen und Bäume. Die H.-Liebmann-Brücke soll Ende Oktober diesen Jahres für Fußgänger nutzbar sein. Dadurch wird die Nordtangente durchgängig befahrbar. Fertig gestellt werden soll die Baumaßnahme im nächsten Jahr: im Juni 2004 für den ÖPNV, im Spätsommer dann auch für den Individualverkehr.