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Die Vorsitzenden der SPD-Fraktion, Herr Dr. Joachim Fischer und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Herr Michael Weichert, informierten heute in einem Pressegespräch über den gemeinsamen Antrag beider Fraktionen „Neuer Wettbewerb für Umbau des Universitätsgeländes am Augustusplatz“. Nach der umstrittenen Entscheidung der sächsischen Staatsregierung, eine Fläche am Augustusplatz für einen möglichen Wiederaufbau der Paulinerkirche freizuhalten und dem damit verbundenen Bruch der außergerichtlichen Einigung mit der Universität, nach der allein die Hochschule für die Flächen innerhalb der Innenstadt zuständig ist und dem Rücktritt der Universitätsleitung, sind die Positionen zwischen beiden Seiten festgefahren.

„Der Antrag soll diese Fronten wieder aufbrechen, damit eine Lösung möglich wird, dass bis zum 600-jährigen Jubiläum der Universität im Jahre 2009 ein moderner Campus am Augustusplatz entsteht“, erläuterte Dr. Joachim Fischer, Fraktionsvorsitzender der SPD das Anliegen des Antrages. Es soll ein kurzfristiger Wettbewerb initiiert werden, der erste Ergebnisse bereits im Herbst dieses Jahres präsentiert. Dazu muss die Ausschreibung im Vergleich zum letzten Wettbewerb überarbeitet und die Gestaltungsvorgaben aufgelockert werden. So betonen Dr. Fischer und Herr Weichert, dass zum Beispiel das Hauptgebäude der Universität nicht zu Teilen erhalten werden kann, wie es die derzeitigen Pläne der Staatsregierung vorsehen. Neben den Preisträgern des letzten Wettbewerbs „Universitätsgelände am Augustusplatz“ sollen damit auch hochkarätige Architekten für den neuen Wettbewerb gewonnen werden.

Beide Fraktionsvorsitzende sind sich einig, dass in einer würdigen Form an die gesprengte Unikirche erinnert werden muss. Ein originalgetreuer Wiederaufbau könne jedoch nicht dem Gedenken an die Sprengung im Jahre 1968 gerecht werden. In der aktuellen Umfrage des Instituts für Marktforschung sprechen sich bekanntlich eine deutliche Mehrheit, nämlich zwei Drittel der Leipziger Bürger für ein neues Universitätsgelände, mit dem architektonisch an die Kirche erinnert wird und gegen den Aufbau der Unikirche im Original aus. „Diese Meinung der Bevölkerung, deren gewählte Vertreter wir Stadträte sind, soll mit diesem Antrag entsprochen werden“ erklärte Dr. Fischer abschließend. Der Antrag soll in 1. und 2. Lesung in der kommenden Ratsversammlung am 19. Februar 2003 behandelt werden.