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Antrag der SPD-Fraktion

 

Beschlussvorschlag:
Die Stadtbibliothek Leipzig erarbeitet in enger Abstimmung mit dem Jugendamt,  dem Schulverwaltungsamt, der Bildungsagentur und dem Kulturamt ein Konzept zur Leseförderung, aus dem hervorgeht, was die Stadt leisten kann, um

1. dem Ausbau eines Spiralcurriculum durch die Stadtbibliothek für Schulen und Kindertagesstätten zu fördern. Hierzu wird der Oberbürgermeister beauftragt, den konkreten personellen Mehraufwand zu prüfen und einen Vorschlag für den weiteren Ausbau und die Finanzierung eines Spiralcurriculums zu unterbreiten.
2. die Kooperationen zwischen der Stadtbibliothek und dem Jugendamt, der Bildungsagentur und weiteren städtischen Akteuren auszubauen.
3. die Kooperationen im Rahmen der aktiven Betreuung von Kindern- und Jugendlichen mit Unternehmen, Institutionen und Vereinen, z. B. Buchhandlungen, Lesepaten zu stärken.
4. bereits bei der Planung der thematischen Schwerpunkte von Veranstaltungen stärker darauf zu achten, ob damit Mädchen und Jungen gleichermaßen angesprochen werden.
5. bei dem Bestandsaufbau in allen Stadtteilbibliotheken die Lese- und Medieninteressen von Jungen stärker als bisher zu berücksichtigen und je nach Möglichkeit in den Bibliotheken diese hervorgehoben zu präsentieren.
6. eine Strategie zur Leseförderung zu entwickeln, welche verstärkt Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Schichten ansprechen und so eine stärkere Bibliotheksnutzung fördern.

Das Konzept wird in die Fortschreibung der Bibliotheksentwicklungskonzeption integriert und umgesetzt.

Begründung:
Nach einer aktuellen Studie zum „Vorlesen im Kinderalltag“ wird 37 Prozent aller Kinder in Deutschland niemals vorgelesen, weder im Elternhaus noch im Kindergarten oder in der Schule. In der PISA-Studie 2006 lagen die Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler in Deutschland mit 495 Punkten im Bereich des OECD-Durchschnitts (492 Punkte). Wobei nach wie vor die Mädchen den Jungen im Lesen in allen Bundesländern deutlich überlegen waren.
Die Fähigkeit zu lesen und das Gelesene zu verstehen, ist eine grundlegende und wesentliche Kulturtechnik unserer Gesellschaft. Lesen wird als Voraussetzung für Bildung, eine erfolgreiche Teilhabe am Berufsleben und gesellschaftliche Teilhabe angesehen. Ziel der Pflege und Förderung der Lesekultur muss es sein, mehr Kinder und Jugendliche für das Lesen zu gewinnen und langfristig zu motivieren. Ein Konzept zur Stärkung der Leseförderung  soll helfen, Kinder und Jugendliche fürs Lesen zu begeistern.

Ansprechpartnerin: Ute Köhler-Siegel (Kontakt: 0341-4248587)