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In der Diskussion um Vandalismus an Leipziger Denkmälern und Kulturstätten werden die Rufe nach mehr Video-Überwachung erneut laut. Dazu erklärt Katharina Schenk, Mitglied in den für Kultur zuständigen Ausschüssen:

„Gegen Vandalismus ist Prävention am wirksamsten. Was nützt es dem Besitzer eines beschmierten Hauses, wenn er sich ein verpixeltes Bild der Täter ansehen kann? Sicher gibt es Orte, an denen Videoüberwachung sinnvoll ist. Viel wichtiger ist es aber die Gründe hinter Vandalismus zu erkennen und somit effektiv präventiv tätig zu werden. Es gibt zahlreiche Studien, die belegen, dass etwa das zügige beseitigen von Schäden Nachahmer abhält. Das kostet natürlich Geld. Gerade wegen der anfallenden Kosten ist Vandalismus für Kommunen ein großes Problem. Durch eine lebendige Erinnerungs- und Gedenkkultur entstehen an vielen Orten Tafeln und andere Erinnerungsobjekte, die dann ebenfalls gepflegt und Instand gehalten werden müssen. In meiner Fraktion diskutieren wir deswegen auch die Wege anderer Städte, um Vandalismusschäden zu begrenzen. Es gibt zum Beispiel das interessante Modell der Patenschaft. Hier übernehmen Vereine, Schulen oder auch Privatpersonen die Patenschaft für ein Denkmal, schauen regelmäßig nach Schäden, melden diese, übernehmen einfache Pflegearbeiten und ähnliches. Mit solchen Wegen sowie einer bürgerfreundlichen Gestaltung und sinnvollen Einbindung von Denkmalen in den öffentlichen Raum kann aus meiner Sicht mehr erreicht werden als mit pauschaler Überwachung. Gleichwohl darf nicht vergessen werden, dass Vandalismus in der Regel auf jugendliche Täterinnen und Täter zurück gehen. Es gilt hier mit einer finanziell gut ausgestatteten Jugendarbeit die Präventionsbemühungen in Leipzig zu erhalten und zu verstetigen.“