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SPD für finanzierbare Lösung am Feinkost-Gelände

Die SPD-Fraktion begrüßt die vom Stadtplanungsamt initiierten Gespräche zwischen Treuhandliegenschaftsgesellschaft (TLG) und der Interessengemeinschaft (IG) und hofft, dass die Gespräche um das ehemaligen Feinkostgeländes in der Leipziger Südvorstadt bald eine für alle Seiten akzeptable Lösung bringt. „Die derzeitigen Pläne des Grundstückseigentümers, TLG Immobilien, sind ein mögliches Angebot“ erklärt Axel Dyck, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD. „Insbesondere die Lösung für das Kulturhaus Nato ist lobenswert.“ Stadtrat Axel Dyck wird an den Gesprächen für die SPD-Fraktion teilnehmen.

Die derzeitige Substanz der Gebäude auf dem ehemaligen Areal des VEB Feinkost Gemüse, ist städtebaulich eine Katastrophe. Das Ensemble kann so nicht mehr länger existieren, da die meisten Bauwerke aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammen. Der TLG-Entwurf sieht den Abriss fast aller Gebäude vor, da eine Sanierung nach seinen Angaben zu teuer wäre. Statt dessen setzt die TLG auf einen Neubau des Ensembles. Außerdem möchte der Eigentümer Platz für zwei neue Supermärkte schaffen, obwohl das Stadtteilzentrum in die kleinste Kategorie D eingeordnet werden soll. Danach sind nur Verkaufsflächen mit maximal 700 Quadratmetern erlaubt. Die Ansiedlung von zwei neuen Märkten erscheint aus unserer Sicht fraglich, da in unmittelbarer Nähe mit dem Konsum bereits ein großer Supermarkt existiert. Die hohen Einnahmen, die sich die TLG dadurch verspricht, dürfen nicht das einzige Kriterium sein. Der Platz für Kultur und alternatives Gewerbe, aber auch die Zukunft der Händler auf der Karl-Liebknecht-Straße, sollte nicht zu Gunsten der Discounter verringert werden, da sonst das Flair des Ensembles zu verschwinden droht. Wir halten das Modell der ansässigen Interessengemeinschaft, nachdem eine Betreibergesellschaft aus den Bestandsmietern und interessierten Projekten langfristig aufgebaut werden soll, für diskussionswürdig.

Nach der Wende entwickelte sich das Feinkost-Areal zu einem Zentrum von Leipzigs alternativer Geschäftskultur, das vor allem jüngere Leute anspricht. Die Stadt Leipzig legt großen Wert darauf, dass das Gelände behutsam entwickelt wird. Das im Auftrag der IG erstellte Projekt will diesen Weg gehen und hat einen Entwurf vorgelegt, der von allen Seiten gelobt wird. Danach sollen die Gebäude gemäß den Bauauflagen nach und nach saniert werden. Inwieweit diese Variante finanzierbar ist und umgesetzt werden kann, muss nun geklärt werden, damit ein Optimum für alle Beteiligten gelingt.